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Johnny Depp - der ungewöhnliche Rebell

Er scheint bei der Auswahl seiner Filmrollen vollkommen uneitel zu sein. Seine Charaktere zeigen sich meist unangepasst und wenig heldenhaft, vielfach sensibel und melancholisch. Johnny Depp lässt sich in keine Schublade quetschen: Der überaus wandlungsfähige Mime lässt mit seiner eigenwilligen Darstellung verschiedenster Figuren in zumeist schwierigen Rollen - ob in Thrillern, Horrorfilmen, Krimis oder Liebeskomödien - staunen, lachen, aber auch nachsinnen.

Vom Gitarrist zum Filmstar

John Christopher Depp II. wurde am 9. Juni 1963 in Owensboro, Kentucky (USA) als viertes Kind des Technikers John Christopher Depp und dessen Frau Betty Sue geboren. 1971 zog die Familie aus beruflichen Gründen nach Florida. Nach der Scheidung der Eltern brach der 16-jährige das College ab und versuchte sich als Gitarrist in der Band "The Kids", die als Vorgruppe von Iggy Pop spielen durfte.

Auf der Jagd nach einem Plattenvertrag lernte er 1983 in L.A. Nicholas Cage kennen, der ihm eine kleine Rolle in dem Film "A Nightmare on Elm Street" (1984) verschaffte. Seine akribische Vorbereitung für diesen nur wenige Sekunden dauernden Auftritt fiel positiv auf. Nach einer weiteren Mini-Rolle in "Die Superaufreißer" (1985), erlangte er für "Platoon" (1986) endlich mehr Anerkennung. Nach dem Fernsehfilm "Slow Burn" (1986) gelang ihm 1987 mit der Fernsehserie "21 Jump Street" endlich der Durchbruch.

Die plötzliche Mutation zum Teenie-Idol belastete den jungen Schauspieler sehr: Er stieg drei Jahre später aus. Mit den Hauptrollen in den Kinofilmen "Cry Baby" (1990) und "Edward mit den Scherenhänden" (1990) gelang es ihm, sein Teenie-Image abzuschütteln. Für "Edward" wurde er für den Golden Globe als Bester Hauptdarsteller nominiert. Nach "Nightmare 6" (1991) und "Arizona Dream" (1992) spielte er in der Liebeskomödie "Benny & Joon" (1993), für die man ihn (wie auch für "Ed Wood", 1994) wiederum für den Golden Globe nominierte.

Weitere Filme wie "Don Juan De Marco", "Dead Man", "Gegen die Zeit" (1995), "Cannes Man" (1996), "Donnie Brasco" und "The Brave" (1997), "The Source" und "Fear and Loathing in Las Vegas" (1998), "L.A. Without A Map", "Die Frau des Astronauten", "Die neun Pforten" und "Sleepy Hollow" (1999), "Before Night Falls" und "In stürmischen Zeiten" (2000), "Chocolat", "Blow" und "From Hell" folgten. 2003 spielte er den bizarren Captain Jack Sparrow in dem Piratenfilm "Fluch der Karibik" - nominiert für den Oscar, aber nicht ausgewählt. Zwischen 2003 und 2006 war Johnny Depp in den Filmen "Irgendwann in Mexiko" (2003), "Das geheime Fenster" und "The Libertine" (2004) zu sehen. Für den Film "Wenn Träume fliegen lernen" (2004) wurde er ebenso für den Oscar nominiert. 2004 spielte er außerdem in "Ils se mariérent et eurent beaucoup d´enfants", 2005 in "Charlie und die Schokoladenfabrik", für den er für den Golden Globe nominiert wurde. Der Kassenschlager "Fluch der Karibik 2" kam 2006 in die Kinos, 2007 wird der dritte Teil erwartet.

Trotz mehrfacher Auszeichnungen wie z. B. dem "Cesar" - Ehrenpreis für sein Lebenswerk (1999), dem "Blockbuster Award" für "Sleepy Hollow",dem SAG Award (2004: für "Fluch der Karibik"), "People´s Choice Award" (2005: Beliebtester männlicher Filmstar in "Wenn Träume fliegen lernen" und 2006: "Charlie und die Schokoladenfabrik") und seinen zahlreichen Nominierungen hat Johnny Depp bislang weder den Oscar noch den Golden Globe verliehen bekommen - es gibt also noch Steigerungsmöglichkeiten.

Privates

Nach einem recht bewegten Privatleben ist Johnny Depp seit 1998 mit der um neun Jahre jüngeren französischen Schauspielerin und Sängerin Vanessa Paradis liiert. Mit ihr und den gemeinsamen Kindern Lily-Rose Melody (geb. 1999) und John Christopher "Jack" Depp III. (geb. 2002) lebt er in Südfrankreich. Seinen Hang zum Verrückten und Außergewöhnlichen agiert er nun wohl nur mehr in seinen schrägen Filmrollen aus.

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